Nachdem wir euch schon gezeigt haben, wie man eine Tasche mit rundem Boden näht, wird es heute ein bisschen oval.
Diesmal nähen wir eine Korbtasche. Schön stabil, mit zwei Farben.
Und auch wenn so eine fertige Tasche auf den ersten Blick ziemlich aufwendig aussieht – eigentlich entsteht sie ganz einfach Runde für Runde. Man muss nur wissen, worauf es ankommt.
Also, Nähmaschine an und los geht's!
Was brauchen wir für unsere Korbtasche?
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unsere formstabile twisly Nähkordel in den gewünschten Farben
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passendes Nähgarn in Stärke 120 (40/2)
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eine geeignete Nähmaschine mit breitem Zickzackstich
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eine Jeansnadel in Stärke 100/16
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eine Schere, ein Maßband und etwas Heißkleber für die Farbwechsel
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und wer mag, ein schönes Lederlabel
Und ein bisschen Geduld kann natürlich auch nicht schaden. Besonders bei den ersten Zentimetern.
1. Alles beginnt mit dem ovalen Boden
Bei einer runden Tasche beginnen wir mit einer kleinen Schnecke. Bei einem ovalen Boden sieht das etwas anders aus.
Zuerst bereiten wir das Kordelende vor. Dafür entfernen wir am Anfang ein kleines Stück vom Polyesterkern und schneiden den überschüssigen Teil ab. So wird die Spitze etwas flacher und lässt sich schöner verarbeiten.
Anschließend legen wir die Kordel zusammen. Für unsere Tasche wählen wir ein gerades Anfangsstück von ungefähr 16 cm Länge.
Die beiden nebeneinanderliegenden Kordelabschnitte verbinden wir mit einem Zickzackstich. Am Anfang gut verriegeln, damit später alles sicher zusammenhält!

Danach nähen wir Runde für Runde um dieses Anfangsstück herum.
Besonders an den Rundungen lohnt es sich, etwas langsamer zu nähen. Wir führen die Kordel gleichmäßig und achten darauf, dass der Boden möglichst flach bleibt.
Für unsere Korbtasche hat der fertige ovale Boden ungefähr 29,5 cm Länge und 15 cm Breite.
Und nicht vergessen: Wir verstärken den Boden zusätzlich, bevor wir mit den Seitenwänden weitermachen.
2. Und wie bekommt der Korb jetzt seine Form?
Jetzt wird es interessant!
Sobald der Boden die gewünschte Größe erreicht hat, markieren wir uns die Stellen, an denen wir mit dem Übergang zu den Seitenwänden beginnen möchten.
Dann wird der Boden während des Nähens vorsichtig angehoben. Die Kordel liegt dadurch nicht mehr flach neben der vorherigen Runde, sondern baut nach und nach die Seitenwand auf.
Und genau hier entscheidet sich, welche Form unsere Tasche später bekommt.
Wir kontrollieren deshalb während des Nähens immer wieder die Maße.
Wird der Korb zu breit? Dann schieben wir ihn beim Nähen etwas nach rechts und richten ihn wieder auf.
Wird er zu schmal? Dann neigen wir ihn etwas nach links.
So können wir die Form während des Nähens immer wieder korrigieren.


Das braucht am Anfang ein bisschen Gefühl. Aber keine Sorge, irgendwann weiß man schon fast automatisch, wie man die Tasche halten muss.
Auch die Bauform der Nähmaschine kann dabei eine Rolle spielen. Darauf werden wir in einem eigenen Blogbeitrag noch genauer eingehen.
3. Zwei Farben? Na klar!
Wer uns kennt, weiß inzwischen: Bei einer Farbe bleibt es bei uns selten.
Für diese Korbtasche haben wir zwei Farben kombiniert.
Die Kordelenden verbinden wir mit einem kleinen Tropfen Heißkleber. Wer lieber eine andere Methode verwendet, kann die Enden natürlich auch miteinander vernähen.
An der Verbindungsstelle reduzieren wir bei Bedarf etwas den Nähfußdruck und nähen mit einem kürzeren Zickzackstich darüber.
So wird der Übergang zusätzlich gesichert.
Und ein kleiner Tipp aus unserer Werkstatt: Wenn wir nur einen Farbwechsel haben, legen wir die Verbindungsstelle gerne mittig auf die Vorderseite der Tasche. Dort kommt später unser Lederlabel darüber.
Praktisch, oder?
4. Jetzt fehlen nur noch die Henkel!
Fast geschafft!
Bevor wir mit den Henkeln beginnen, überlegen wir uns, wie lang und breit sie werden sollen.
Dann messen wir die Positionen sorgfältig aus und markieren die Stellen für die Verstärkungen.
Das ist wirklich wichtig. Schließlich sollen die Henkel später auf beiden Seiten gleichmäßig sitzen, damit die Tasche schön gerade hängt.
Besonders wichtig sind die Verstärkungen an den Übergängen.
Dafür verwenden wir einen kurzen, engen Zickzackstich. Die Stichlänge stellen wir auf etwa 0,5 mm ein, die Zickzackbreite auf 6 mm.


Anschließend nähen wir die Henkel langsam in mehreren Reihen und formen sie dabei immer wieder, damit sie möglichst gleichmäßig werden.
Und gerade hier lohnt es sich, nicht zu hetzen. Schließlich sollen die Henkel nicht nur schön aussehen, sondern auch ordentlich etwas aushalten.
Zum Schluss darf natürlich noch ein Lederlabel dran. Ohne geht es bei uns inzwischen fast gar nicht mehr.
Und wenn die Tasche nicht gleich so aussieht wie geplant?
Dann wird eben ein bisschen korrigiert!
Gerade bei einer ovalen Korbtasche kommt es darauf an, den Boden gleichmäßig zu nähen und die Seitenwände immer wieder zu kontrollieren.
Manchmal muss man die Tasche etwas anders halten, manchmal eine Runde langsamer nähen.
Und manchmal stellt man auch erst nach ein paar Runden fest, dass man sich die Form eigentlich ein bisschen anders vorgestellt hatte. Kennen wir.
Aber genau mit solchen Kleinigkeiten bekommt man immer mehr Erfahrung.
Und wenn die fertige Tasche dann vor einem steht, ist die Freude umso größer.
Wir sind jedenfalls jedes Mal gespannt, welche Farbkombinationen dabei entstehen. Denn zwei Farben nebeneinanderzulegen ist das eine – zu sehen, wie daraus eine fertige Tasche wird, ist noch einmal etwas ganz anderes.
Viel Spaß beim Nachnähen! Und wenn ihr Fragen habt, schreibt uns gerne.
Liebe Grüße aus unserer Werkstatt
Marta & Robert
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