Dein erster Kreativmarkt – Tipps für einen erfolgreichen Marktstand

Dein erster Kreativmarkt – Tipps für einen erfolgreichen Marktstand

Von der richtigen Ausstattung über die Präsentation deiner Produkte bis hin zu neuen Kunden – unsere Erfahrungen und Tipps für deinen ersten Markt.

 

Vielleicht hast du schon die ersten Körbe oder Taschen genäht. Vielleicht stehen sie bei dir zu Hause, wurden verschenkt oder jemand hat dich sogar schon gefragt: „Kannst du mir auch so etwas machen?“

Und plötzlich kommt dieser Gedanke: Warum eigentlich nicht?

Wenn du gerne nähst, kann der Verkauf deiner selbstgemachten Werke eine schöne Möglichkeit sein, dir nebenbei etwas dazuzuverdienen.

Gerade Kunsthandwerkermärkte, Kreativmärkte und Weihnachtsmärkte bieten die Gelegenheit, die eigenen Produkte zu zeigen, mit Menschen ins Gespräch zu kommen und erste Kunden zu gewinnen.

Aber wie bereitet man sich eigentlich auf den ersten Markt vor? Was braucht man für einen schönen Stand? Wie präsentiert man seine Produkte? Und was sollte man auf keinen Fall vergessen?

Wir haben selbst einige Märkte besucht und dabei jede Menge Erfahrungen gesammelt. Manche Dinge haben von Anfang an gut funktioniert, andere haben wir erst mit der Zeit gelernt.

Ein paar davon möchten wir hier weitergeben.

1. Welche Produkte eignen sich für den ersten Markt?

Für den Anfang muss nicht gleich eine riesige Kollektion entstehen.

Wir würden mit einigen unterschiedlichen Produkten beginnen, die sich gut kombinieren lassen.

Aus Nähkordel lassen sich zum Beispiel wunderschöne Dinge nähen:

  • Kleine Aufbewahrungskörbchen für Schlüssel, Schmuck oder Kosmetik

  • Brotkörbe für den Frühstückstisch

  • Tischsets und Untersetzer

  • Geschenk- und Dekokörbchen

  • Taschen und Einkaufskörbe

  • Größere Körbe für Handtücher, Wolle oder andere Dinge

Besonders schön wirkt ein Stand, wenn sich die Farben wiederholen und miteinander harmonieren.

Vielleicht entscheidest du dich für drei oder vier Farben und nähst daraus unterschiedliche Produkte. So entsteht eine kleine, zusammenpassende Kollektion.

Unser Tipp: Biete möglichst verschiedene Größen und Preisklassen an. Nicht jeder möchte gleich eine große Tasche kaufen. Ein kleines Körbchen kann dagegen eine schöne spontane Geschenkidee sein.

2. Der richtige Pavillon – hell wirkt einfach freundlicher

Wenn du auf einem Markt im Freien verkaufen möchtest, brauchst du meistens einen Pavillon.

Unsere Empfehlung: Wähle möglichst einen hellen Pavillon!

Weiß, Creme oder ein heller Naturton lassen deinen Stand freundlicher und offener wirken. Auch die Farben deiner selbstgenähten Produkte kommen unter einem hellen Dach viel schöner zur Geltung.

Ein Pavillon mit 3 × 3 Metern bietet für den Anfang meistens ausreichend Platz.

Gerade auf Märkten können Wind und Regen schnell zum Problem werden. Ein stabiler Pavillon, geeignete Gewichte und ein sicherer Aufbau sind deshalb wichtig.

Prüfe vorher auch die Vorgaben des Veranstalters. Nicht jeder Pavillon ist für jede Veranstaltung geeignet.

3. Verkaufstische müssen nicht teuer sein

Für einen schönen Marktstand brauchst du keine teuren Spezialmöbel.

Wir haben sehr gute Erfahrungen mit einfachen Tapeziertischen gemacht.

Je nach Platz kannst du die Tische gerade, über Eck oder in einer U-Form aufstellen.

Wichtig ist, dass deine Kundinnen und Kunden die Produkte gut erreichen können und genügend Platz zum Anschauen bleibt.

Einheitliche Tischdecken machen viel aus

Was wir unbedingt empfehlen würden: Verwende einheitliche Tischdecken!

Beige, Creme, Naturweiß oder andere ruhige Farben passen besonders schön zu handgemachten Körben und Taschen.

Zu viele unterschiedliche Farben und Muster wirken schnell unruhig und lenken von den Produkten ab.

Schließlich sollen deine genähten Werke im Mittelpunkt stehen.

Achte auch darauf, dass die Tischdecken möglichst ordentlich fallen und die Tischbeine sowie Kartons unter den Tischen verdecken.

4. Unterschiedliche Höhen machen deinen Stand interessanter

Ein häufiger Fehler ist, alle Produkte einfach nebeneinander auf den Tisch zu stellen.

Von Weitem sieht man dann oft nur die erste Reihe.

Viel schöner wird es, wenn du mit verschiedenen Höhen arbeitest.

Dafür eignen sich zum Beispiel:

  • Kleine Holzkisten

  • Stabile Aufsteller

  • Schmale Regale

  • Körbe in unterschiedlichen Größen

  • Spezielle Taschenständer

Wir haben für unsere Taschen eigene Taschenständer gefunden, an denen sie frei hängen können.

Das ist besonders praktisch, weil die Form der Tasche gut sichtbar bleibt und sie nicht zwischen anderen Produkten verschwindet.

Außerdem wirkt der Stand dadurch lebendiger.

Weniger ist manchmal mehr. Du musst nicht deinen gesamten Vorrat gleichzeitig ausstellen. Lieber einige Produkte schön präsentieren und den Rest ordentlich unter den Tischen aufbewahren.

5. Zeige, wofür deine Körbe gedacht sind!

Das ist einer unserer liebsten Tipps.

Ein leerer Korb sieht schön aus. Aber manchmal fehlt den Menschen die Vorstellung, wofür sie ihn eigentlich verwenden könnten.

Deshalb lohnt es sich, einige Körbe passend zu dekorieren.

Ein Brotkorb für den Frühstückstisch

Lege ein hübsches Geschirrtuch hinein und dekoriere ihn mit Brot oder Brötchen.

Schon sieht man einen fertigen Frühstückstisch vor sich.

Ein Geschenkkörbchen zur Geburt

Ein kleines Körbchen mit Babysöckchen, einem weichen Tuch und einigen Pflegeprodukten wird sofort zu einer schönen Geschenkidee für frischgebackene Eltern.

Ein Korb fürs Badezimmer

Ein paar zusammengerollte Gästehandtücher, eine schöne Seife und vielleicht eine kleine Bürste – schon kann man sich den Korb im eigenen Badezimmer vorstellen.

Ein kleines Geschenkset

Ein hübsches Körbchen mit Kerze, Seife oder anderen Kleinigkeiten eignet sich wunderbar als Geschenk.

Ein Einkaufskorb

Zeige mit ein paar leichten Einkäufen, wie geräumig der Korb ist und wofür er verwendet werden kann.

Du verkaufst damit nicht nur einen Korb.

Du zeigst deinen Kunden gleich eine Idee, was sie damit machen könnten.

Und vielleicht fällt jemandem dadurch sogar ein Geschenk für die beste Freundin, die Mama oder die Kollegin ein.

6. Nimm deine Nähmaschine mit!

Wenn es der Veranstalter und die Bedingungen vor Ort erlauben, würden wir unbedingt empfehlen, die eigene Nähmaschine mitzubringen.

Warum?

Weil es etwas völlig anderes ist, einen fertigen Korb anzuschauen oder direkt dabei zuzusehen, wie er entsteht.

Eine laufende Nähmaschine macht neugierig.

Menschen bleiben stehen, schauen zu und fragen, was du da gerade machst.

Und plötzlich entsteht ein Gespräch.

Wir haben festgestellt, dass es für viele Menschen spannend ist zu sehen, wie aus einer einfachen Kordel nach und nach ein Korb wird.

Du musst dafür gar nicht den ganzen Tag nähen.

Bereite einfach ein kleines Projekt vor, an dem du zwischendurch weiterarbeiten kannst.

Vielleicht einen kleinen Brotkorb oder eine flache Spirale.

Eine kleine Idee für dein Schild:

Hier wird live genäht – schau gerne zu!

Wichtig ist natürlich, vorher zu klären, ob Strom zur Verfügung steht und du die Maschine am Stand verwenden darfst.

Denke an ein geeignetes Verlängerungskabel und sichere alle Kabel so, dass niemand darüber stolpern kann. Maschine und elektrische Anschlüsse müssen außerdem vor Feuchtigkeit geschützt sein.

Die Nähmaschine sollte so stehen, dass Besucher, insbesondere Kinder, nicht versehentlich in den Arbeitsbereich greifen können.

Und wer weiß? Vielleicht entdeckt beim Zuschauen sogar jemand ein neues Hobby!

7. Gut sichtbare Preise erleichtern den Verkauf

Nicht jeder fragt gerne nach dem Preis.

Deshalb würden wir auf gut lesbare Preisschilder achten.

Du kannst einzelne Produkte auszeichnen oder kleine Schilder für bestimmte Produktgruppen verwenden.

Wichtig ist, dass die Preise eindeutig zugeordnet werden können.

Wenn unterschiedliche Größen oder Ausführungen unterschiedliche Preise haben, sollte das ebenfalls gut erkennbar sein.

So können die Besucher in Ruhe schauen, ohne sich sofort zu einem Gespräch verpflichtet zu fühlen.

8. Visitenkarten und Flyer sind wichtiger, als man denkt

Nicht jeder Besucher kauft sofort etwas.

Vielleicht wird gerade kein Geschenk gebraucht. Vielleicht gefällt eine Tasche, aber die Farbe passt nicht zur Garderobe.

Oder jemand möchte einfach erst einmal überlegen.

Deshalb solltest du unbedingt Visitenkarten dabeihaben.

Darauf gehören:

  • Dein Name oder Markenname

  • Eine Kontaktmöglichkeit

  • Deine Internetseite, falls vorhanden

  • Dein Instagram- oder Facebook-Profil

  • Idealerweise ein QR-Code

Auch kleine Flyer mit schönen Produktfotos können sinnvoll sein.

Du musst dafür keine teuren Broschüren drucken lassen. Ein übersichtlich gestalteter Flyer mit einigen Bildern und deinen Kontaktdaten reicht oft vollkommen aus.

Hauptsache, die Leute können dich später wiederfinden.

9. Biete individuelle Bestellungen an

Das ist eine Möglichkeit, die man leicht unterschätzt.

Vielleicht gefällt jemandem ein Korb, aber er hätte ihn lieber in einer anderen Farbe.

Vielleicht wird eine Tasche in einer bestimmten Größe gesucht.

Oder jemand möchte ein passendes Set aus mehreren Körben bestellen.

Wenn du solche Wünsche erfüllen kannst, solltest du das ruhig erwähnen.

Ein kleines Schild mit der Aufschrift

„Deine Wunschfarbe ist nicht dabei? Sprich mich gerne an!”

kann schon ausreichen.

Überlege dir vorher, welche Sonderwünsche du anbieten möchtest, wie du deine Preise kalkulierst und welche Lieferzeiten realistisch sind.

Notiere Bestellungen sorgfältig und kläre alle Einzelheiten, bevor du mit der Herstellung beginnst.

Und lohnt sich das überhaupt?

Das hängt natürlich davon ab, wie gut der Markt besucht ist, welche Produkte du anbietest und wie deine Preise kalkuliert sind.

Wir haben an einem gut besuchten Wochenende schon ungefähr 70–80 Körbchen und einige Taschen verkauft.

Davon müssen selbstverständlich Materialkosten, Standgebühren und alle weiteren Ausgaben gedeckt werden. Der Umsatz ist also nicht mit dem Gewinn gleichzusetzen.

Aber ein erfolgreicher Markt kann durchaus eine interessante Möglichkeit sein, mit dem eigenen Hobby etwas dazuzuverdienen.

Wichtig ist, realistisch zu planen. Unsere Verkaufszahlen sind Erfahrungen aus unseren eigenen Märkten und keine Garantie dafür, dass es auf jedem Markt genauso läuft.

Gerade für den Anfang würden wir lieber mit einer kleineren Auswahl starten und dann nach und nach herausfinden, welche Produkte besonders gefragt sind.

Wenn du regelmäßig und mit Gewinnerzielungsabsicht verkaufst, solltest du dich außerdem frühzeitig über die geltenden gewerblichen und steuerlichen Pflichten informieren. Eine Nebentätigkeit ist nicht automatisch steuerfrei.

10. Was du für deinen Markttag einpacken solltest

Hier unsere kleine Checkliste aus der Praxis:

Für den Stand

  • Pavillon mit geeigneten Gewichten und Befestigungen

  • Verkaufstische

  • Einheitliche Tischdecken

  • Taschenständer, Aufsteller und Dekoration

  • Preisschilder

  • Visitenkarten und Flyer

  • Verpackungsmaterial und Tragetaschen

Für den Verkauf

  • Wechselgeld

  • Kartenlesegerät und passende Stromversorgung

  • Handy und Ladekabel

  • Notizbuch für individuelle Bestellungen

  • Stift, Klebeband, Schere und Kabelbinder

Für die Nähvorführung

  • Nähmaschine

  • Geeignetes Verlängerungskabel, falls benötigt

  • Nähgarn und Nähkordel

  • Vorbereitetes kleines Nähprojekt

  • Ersatznadeln und Schere

Für dich selbst

  • Getränke und etwas zu essen

  • Wettergerechte Kleidung

  • Bequeme Schuhe

  • Bei langen Markttagen möglichst eine zweite Person zur Unterstützung

Denn spätestens nach ein paar Stunden auf den Beinen merkt man, dass so ein Markttag ganz schön anstrengend sein kann!

11. Nach dem Markt ist nicht unbedingt Schluss

Das ist vielleicht einer der wichtigsten Punkte überhaupt.

Ein Markt ist nicht nur eine Gelegenheit, an einem Wochenende Produkte zu verkaufen.

Er kann auch der Anfang neuer Kundenbeziehungen sein.

Vielleicht kauft jemand heute einen Brotkorb und meldet sich später, weil noch ein Geburtstagsgeschenk gebraucht wird.

Vielleicht wird eine Tasche in einer anderen Farbe bestellt.

Oder jemand empfiehlt deine Produkte einer Freundin.

Deshalb lohnt es sich, auch nach dem Markt erreichbar und sichtbar zu bleiben.

Zeige deine neuen Arbeiten auf Instagram oder Facebook, beantworte Anfragen und halte deine Kontaktdaten aktuell.

Mit der Zeit können so Stammkunden entstehen, die immer wieder bei dir bestellen.

Und genau das macht aus einzelnen Marktverkäufen vielleicht irgendwann ein schönes kleines Nebengeschäft.

Unser Fazit

Du brauchst keinen perfekten Marktstand und auch keine riesige Kollektion, um anzufangen.

Ein heller Pavillon, ein paar ordentlich dekorierte Tische, schöne selbstgenähte Produkte und etwas Mut reichen oft schon für den ersten Schritt.

Das Wichtigste ist, dass du Freude an dem hast, was du machst, deine Kosten im Blick behältst und bereit bist, dazuzulernen.

Und wenn der erste Markt nicht ganz so läuft wie erhofft? Dann nimm die Erfahrungen mit. Beim nächsten Mal weißt du schon viel besser, was funktioniert.

Wir wünschen dir ganz viel Freude beim Nähen, Vorbereiten und vielleicht schon bald bei deinem ersten eigenen Marktstand!

Marta & Robert von twisly


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